IoT vs. IoP oder wie kleine Geräte große Pannen verhindern

Internet Of Things ist keine Neuheit mehr; Einschränkung aufzuheben, dass nur Desktop-Geräte, Laptops, Tablets und Smartphones mit dem Internet verbunden werden. Immer mehr Geräte wie z.B. SmartTVs oder Lösungen für SmartHome werden angeboten und verbinden sich mit dem großen Netzwerk. Das eröffnet viele neue Möglichkeiten für den Benutzer, denn er kann von überall mit seinem Smartphone diese „inteligenten“ Geräte bedienen. Mit Geräten wie Amazon Alexa geht es sogar noch weiter. Plötzlich sprechen Sie mit Ihrem Haushalt und befehlen das Licht einzuschalten oder die Heizung herunterzuregeln.

IoP

Was ist also IoP? Die vom Author selbst erfundene Abkürzung steht für Internet of PCs. Es ist eigentlich das, was wir hatten, bevor das Konzept Internet Of Things entstanden ist. Hier möchte ich einschlagen, denn ein PC kann schnell zu einem „Thing“ werden um die Aufgabe eines „Internet of Things“-Gerät zu erfüllen.

Da IoT-Geräte im Vergleich zu einem modernen PC wesentlich weniger Leistung bringen, könnte man schnell denken, warum nicht einen alten Rechner nehmen? Klar kann man das machen, nur dann sollte man über folgende Punkte nachdenken:

  1. Stromverbrauch: Ältere Rechner, je nach Modell, schlucken mehr Strom. Möchte man also ein Gerät im Haushalt oder Unternehmen einsetzen, dass die Aufgaben rund um die Uhr erfüllt, sollte man an die Stromkosten denken.
  2. Lautstärke: Ein vollwertiger Rechner hat meistens einige Lüfter eingebaut. Wie in Punkt 1 erwähnt, verbrauchen diese ebenfalls elektrischen Strom und sind zudem laut. Gerade ältere Lüfter machen auf Grund der verschlissenen Welle (Massenträgheitsmoment) noch mehr Krach. Geräte ohne Lüfter haben dieses Problem nicht.
  3. Platzbedarf: Ein Raspberry Pi von der Fläche gerade mal so breit und tief wie eine Scheckkarte im Vergleich zu einem ATX-Gehäuse ist halt kleiner.

Wenn die Aufgaben des IoT-Geräts jedoch rechenintensiver sind, die Stromkosten keine Rolle spielen und ausreichend Platz zur Verfügung steht, wäre es eine Überlegung wert. Ist es dann ein IoT-Gerät oder vielleicht doch nur ein einfacher Computer, der mit dem Internet verbunden ist?

Die o.g. Aussagen mögen banal klingen, doch im unternehmerischen Umfeld wird häufiger alte Hardware eingesetzt, als oftmals angenommen wird.

PCs everywhere?

Woran erkennt man also, ob ein Gerät eher ein verstaubtes System oder die perfekte Harmonie zwischen Hardware und Software darstellt?

Man erkennt es am besten, wenn eine Fehlermeldung an diesem Gerät auftaucht. Hier ein typisches Beispiel:

Quelle: https://dev.scoutman.at/2015/05/der-geldautomat-mit-dem-bluescreen/#more-560

Dieser Bluescreen-Fehler kommt von Windows XP. Vielleicht fällt Ihnen jetzt schon auf, dass dieses Bild von Mai 2015 stammt. Seit dem Jahr 2014 wurde Windows XP offiziell von Microsoft abgekündigt.

Aufgaben eines IoT-Gerätes

Ist ein Bank-Automat überhaupt ein IoT-Gerät? Schwer zu sagen. Für mich ist es ein Gerät mit einer begrenzten Zahl an Aufgaben. Windows XP mag zwar trotz des Alters mit zusätzlicher Software die Aufgaben abdecken, aber es kann viel mehr! Wahrscheinlich lässt sich sogar Counter Strike installieren, aber wozu?

Ein System mit mehr „Features“ ist in der Regel anfälliger. Windows XP ist für solche Aufgaben nicht ausgelegt. Es ist ein Desktop-System für Benutzer, womit verschiedene bürobezogene Aufgaben abgewickelt werden. Zu seiner Zeit hat es dies halbwegs gut abgedeckt.

Der „XP-Zombie“ lebt also noch mind. bis 2019 weiter, weil sämtliche Banken und Regierungen Geld an Microsoft gezahlt haben, damit es am Leben gehalten wird, statt eine moderne Lösung in Betracht zu ziehen.

Im Folgendem eine Anleitung für XP Nutzer, die wieder Updates haben möchten. Der Update-Kanal, der von diesen Institutionen finanziert wurde, kann von Orthonormal-Nutzern mitangezapft werden:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=37&v=BVDkorPtWms

Das ist in unserer Gesellschaft mit den heutigen Geräten ein riesiges Problem. Windows wird heutzutage für so gut wie alles eingesetzt und seitdem haben die Systemfehler heftig zugenommen. Ist Microsoft an der schlechten Qualität der Software schuld? Nein, es ist schlichtweg das falsche Betriebssystem für solche Geräte.

Falls Sie glauben, dass sich das speziell auf Bankautomaten beschränkt, hier noch ein Beispiel aus dem Digital Signage-Bereich:

https://www.dotkam.com/2007/05/03/windows-xp-screensaver-on-time-square-nyc/

Quelle: Dotkam

Leider habe ich dazu keine Bilder zum zeigen, aber beim Rewe-Markt und am Frankfurter Flughafen Terminal 2 habe ich vor kurzem Bluescreens gesehen. hier ist noch ein Video:

https://www.youtube.com/watch?v=bmnWBcrfl24

Quelle: DJLaunchStar

Es ist unglaublich wie Windows die ganze Welt der Geräte um uns herum beherrscht. Warum machen das die Firmen so? Es gibt Systeme für genau bestimmte Anwendungen, aber warum immer mit Windows?

Die Antwort liegt in der IT-Ausbildung. Wer irgendwie in der Informationstechnolgie-Branche eine Ausbildung macht, bekommt sozusagen beigebracht, dass die IT-Welt hauptsächlich Windows ist. Inzwischen ist das nicht mehr so dramatisch wie vor 10 Jahren, aber es existiert eine große Menge an Menschen, die in der EDV nie über den Tellerrand geschaut haben. Diese sitzen heute in Firmen und entscheiden über die IT-Infrastruktur, nicht immer zum Vorteil der Firma. Für Jemanden, der sich mit der Informationstechnologie beschäftigt, ist das ein riesiges Defizit, denn alternative Betriebssysteme mit neuen Konzepten sind groß im Kommen. Dank Linux sind Alternativen wie Android entstanden, die inzwischen einen großen Marktanteil beherrschen.

Was sollte man also machen, um ein smartes Gerät zuverlässiger zu gestalten und was hat IoT damit zu tun?

Aufgaben eines IoT-Gerätes

Geräte die ein paar kleine Aufgaben ausführen, brauchen nicht die Leistung eines Heimrechners. Man sollte also analysieren, was man von der Hardware-Seite wirklich braucht. Hat man dies ermittelt, kommt im zweiten Schritt das Betriebssystem mit der Software.

Kommen wir nochmal auf das einfache Beispiel Digital Signage zurück. Wir haben ein Gerät, was auf einer großen Tafel Werbung anzeigen soll. Es muss diese einfach nur flüssig abspielen. Es gibt also keine Interaktion mit den Zuschauern, was dieses Auslegungsbeispiel sehr einfach macht.

Ein kleiner Computer, der HD-Inhalte abspielen kann, sehen Sie unter folgendem Link:

https://www.raspberrypi.org/products/raspberry-pi-3-model-b/

und ein großes robustes Display wie dieses hier:

https://eneo-security.com/de/vm-uhd55m.html

Noch ein HDMI-Kabel und schon haben Sie die Hardware. Jetzt brauchen Sie nur noch Software, die solche Inhalte abspielt.

Software für IoT

Das schöne an dem Prinzip Unix ist, dass die damals geschriebenen Programme wirklich nur eine Aufgabe hatten und diese besonders effizient erfüllten. Linux profitiert auch heute noch von diesen Tools. So kann man mit OpenSource-Software ein Betriebssystem bauen, was für genau eine kleine Handvoll von Aufgaben geeignet ist. Das ist auch der Grund für die Vielfalt an Linux-Distros. Man kann etwas ganz neues bauen oder was ähnliches nehmen, reduzieren oder erweitern. Da gibt es keine Grenzen.

Zurück zum Digital Signage Beispiel: Man nimmt ein Raspbian als Betriebsystem und installiert den Video Looper von Adafruit:

https://www.raspberrypi.org/downloads/

https://learn.adafruit.com/raspberry-pi-video-looper/overview

Und man hat mit dem Raspberry Pi ein Gerät, was man an das Display anschließt und mit einen USB-Stick mit Videos versorgt. Bei dem OS gibt es nur ein Terminal, bei dem nicht mehr eingegriffen werden muss. Es existiert kein Desktop und keine Möglichkeit Counter Strike zu installieren. 🙂

Das ist ein Beispiel von einem IoT-Gerät, was nur eine Aufgabe, aber ordentlich, erfüllt. Es hat wenig Software, verbraucht dadurch weniger Energie und ist weniger anfällig als ein vollwertiger PC mit einem reisigen komplexen OS.

Und so könnte es auch bei Bankautomaten aussehen: Ein OS was nur Hardware steuert, die Geld ausgibt und das Handy auflädt. Kann es nicht mehr, können ungebrauchte Komponenten keinen Ärger anrichten.

Fazit

Unsere Welt ist im Umbruch. Statt Hardware auf großen Computern zu bündeln, übernehmen kleinere Geräte alte und neue Aufgaben, die das Leben des Menschen einfacher und schöner machen. Natürlich kann nicht alles mit IoT gelöst werden. Desktop-Rechner, Laptops, Smartphones, Tablets und Server wird es weiterhin geben. Doch die clevere Auslagerung der Aufgaben um Geräte „smarter“ zu machen ist im Gange.

Durch eine effiziente Auslegung der Hardware- und Software-Komponenten werden in Zukunft unsere Geräte noch effizienter, zuverlässiger und „smarter“.

Office in der Cloud: Eine Reklamekritik

Ein Link für die Analyse:

https://cloud.telekom.de/de/software/office-365

Falls sich der Link und Meinung der Magenta-Firma ändert hier ein kleiner Auszug (Stand Juni 2018):

Office 365 gehostet in Deutschland

Das Office-Komplettpaket inklusive Top-Kundenservice der Telekom

  • Immer die aktuellste Version von Word, Excel, PowerPoint & Co. (1)
  • Mit einer Lizenz auf allen Endgeräten nutzen (2)
  • Mit Profi E-Mail, Online-Kalender und sicherem Online-Speicher (3)
  • Professionelle Beratung und Microsoft-zertifizierter Support inklusive (4)
statt 11,95 / Benutzer / Monat
6 Monat(e) für 9,95 € / Benutzer / Monat
(30 Tage kostenlos testen)

Meine Kommentare:

Zu (1): Wird eine Anwendung in einer Cloud ausgeführt, muss nur diese aktualisiert werden. Das ist ein Vorteil wenn alle Kunden das nutzen. Nur eine Instanz muss aktualisiert werden. Das ist ein Vorteil durchaus. Kann aber mit einer eigenen Cloud gemacht werden und ist heutzutage sogar sehr einfach durch einen Klick oder ohne Intervention möglich.

Zu (2): Stimmt nicht ganz denn weiter unten steht:

Eine Lizenz für alle Endgeräte

Mit Microsoft Office 365 erwerben Sie mit einer Lizenz das Recht, die Office-Anwendungen auf allen ihren Endgeräten zu nutzen (bis zu 5 PCs/Macs, 5 Tablets und 5 Smartphones pro Nutzer). Damit richten Sie effizient Komplett-Arbeitsplätze ein – für höchste Produktivität im Büro, unterwegs und im Homeoffice.

Bei Nextcloud gibt es keine Einschränkungen, bzw. es ist nur von Ihrer Hardware abhängig und die Anforderungen sind nicht groß. Natürlich ist 5 Geräte pro User in der Regel ausreichend. Trotzdem passt die Aussage nicht ganz.

Zu (3): „Profi E-Mail“? Was ist das? Gibt es auch Amateur E-Mail? Nein, hier kommt es auf die Software an. Eine eigene Cloud kann bei Bedarf mit Roundcube oder SoGO betrieben werden. Professioneller geht es nicht und die Standards sind zudem offen. Gefällt Ihnen ein System nicht, können Sie einfach umziehen. Microsofts Exchange ist leider nicht offen, also kann der „Online-Kalender“ nur schwierig mit anderer Software betrieben werden. Online-Speicher ist nicht sicher, weil die Daten nicht bei Ihnen sind. Wir wissen, dass Microsoft sich bei der NSA weiterhin beteiligt. Das macht den Speicher unsicher.

Zu (4): Zertifikate sind schön, noch schöner ist es, wenn die Leute wirklich Ahnung von IT haben und sich nicht bloß auf dem Microsoft Universum beschränken. Das ist nur ein kleiner Teil der EDV, es existiert noch viel mehr, vor allem gibt es Firmen in der Branche, die wertvoller sind und einiges mehr an Innovation in den letzten Jahren beigetragen haben.

Nun, ist das billig? Bei 100 Personen zahlen Sie 995 € im Monat und verlassen sich darauf, dass Microsoft mit Ihren Daten ordnungsgemäß umgeht. Nachdem NSA-Skandal im Jahre 2009, sehe ich allerdings nicht, wieso das einer machen sollte. Muss es wirklich MS Office sein? Es gibt genug Software, die mit Word-Dateien umgehen kann. Schauen sie mal hier:

https://kopano.com/?lang=de

oder hier:

https://www.onlyoffice.com/de/

Mit einer Lösung, wo Sie Ihrer Firma einen Server spendieren und die Software von wirklich professionellen IT Spezialisten einrichten lassen, sparen Sie viel Geld, haben keine Lizenzkosten und das Beste daran ist, die Daten sind bei Ihnen. Ziehen Sie die Festplatte vom Server ab und schon stehen diese dem Internet nicht mehr zur Verfügung.

Lassen Sie sich nicht Monopolen verführen. Es gibt in Deutschland genug Dienstleister, die Ihnen eine deutlich bessere Lösung bieten. Auch für Integration kann oftmals eine alternative Lösung gefunden werden. Lassen Sie sich beraten.

Microsoft bought Github, is this the end of Linux and Open Source?

A lot of media has been talking about Microsoft’s acquisition of Github, happened some days ago.

I’m not that happy about it and moved my Commander Genius repo to Gitlab: https://gitlab.com/Dringgstein/Commander-Genius

What the media talks about it is mostly neutral and the company promised to leave Github as is so it can grow further. I wonder why to buy it then. I don’t trust this company and you also should not. I believe it is more about embrace, extend and extinguish strategy they applied in the past. The media should get on this point and also remind the readers of how this company monopolized its landscape. Yes, time has passed, Billy and Monkey boy are no more; Satya is a nice guy, blah blah blah. There still are traces and implemented strategies found in their software which show their goal of monopolization. Do not get fooled by them. Windows spies on you, Exchange still does not support CardDav (since 2006) or CalDav (since 2008) which makes it harder using other clients like Mozilla Thunderbird with their services.

Github was the biggest service of git repositories in the internet. Now Microsoft has the power to watch even into the private repositories. I feel bad for people who where paying for such advantages. And here I see the reason for some self-hosting. People, don’t trust big companies and mighty clouds! Better build your own cloud or trust someone who did not defraud you. There are much better alternatives out there: NextCloud, Zarafa, SoGO just to mention a few. Of your data is stored to media that is physically accessible by yourself you won’t run into such risks. It is your data after all.

Regarding Open Source and Linux It is not the end! Many projects like mine moved to Gitlab or Bitbucket. The Kernel was hosted at github, but this was more as a fork. The real repo always has been here: https://git.kernel.org/  no big deal.

People like me who really love open source and do not pretend to like certain companies will keep up the good work.

Nothing against Microsoft. You pay for their software, you use it, their employees get paid. That is fine. What is not fine is trying to sabotage the competition instead of making their products better, which really is required.

The update manager of Windows 10 is a big mess and seems to be worse compared to the one of Windows 7. Debian like other distros solved the problem of package dependencies in 1993 and today provide a very smart and fast update manager which also updates your installed software as a whole. And the best thing about it: I can decide when or when not to update. I can also decide which software is installed on my system. My two cents…

 

 

Microsoft Office 365? OnlyOffice ist besser

Liebe Leser,

in den letzten Tagen hatte ich die Gelegenheit probeweise Office 365 zu testen. Ich beziehe mich auf den Stand von heute (12.05.2018).

Als Desktop-Alternative bietet Microsoft weiterhin Office 2016 an, obwohl bereits darüber diskutiert wird, was Office 2019 mit sich bringt. Mir ist das eigentlich egal.

Ich hatte schon ein paar Mal einen eigenen Cloud-Server aufgebaut mit dem Office möglich ist. Die Anleitung dafür finden Sie übrigens hier:

http://www.steinzone.de/wordpress/index.php/2017/07/23/onlyoffice-in-nextcloud-mit-ubuntu-16-04-lts/

Obwohl es technisch keine Hürde ist, sorgen Firmen wie Microsoft dafür, dass Daten, die unter Office 365 bearbeitet werden, nicht auf einen Ihrer Server oder Clouds laufen, sondern bei dem „Monopol“. Ich finde das nicht gut. Es gibt zwar Möglichkeiten dies bspw. über die Telekom laufen zu lassen, doch dort ist das Cloud-Angebot noch teurer und bietet sogar weniger Features an. Auch hier bleibt es dabei: Sie sind nicht Herr über Ihre Daten sind, sondern trauen Sie einem Dritten an. Ich möchte nochmals an den NSA-Skandal und das Projekt PRISM erinnern. Die Firma Microsoft ist eine der ersten, die dabei mitmacht:

https://de.wikipedia.org/wiki/PRISM

Denken Sie also immer daran, wenn Sie dieser Firma etwas anvertrauen wollen/müssen.

Da wir unsere Daten weitergeben und auch viel Geld dafür zahlen, sollten wir allerdings viel dafür zurückbekommen. MS Office hat ja eigentlich einen guten Ruf, was die Software angeht. Ist die Leistung gut? Nun ich habe es für meinen Bedarf mal getestet.

In diesem Artikel vergleiche ich ein paar meiner Erfahrungen damit, so können sie sich ein Bild machen. Das ist natürlich mein Empfinden und ich arbeite nicht täglich mit Office, allerdings teilen einige Menschen diese Meinung mit mir:

https://www.youtube.com/watch?v=zSXeEhEPJdw

Als Linux-User habe ich den Vorteil Office 365 in meinem Webbrowser zu nutzen. Mit Google Chrome und Mozilla Firefox kommt dieser wunderbar klar. Office 365 an sich läuft damit sehr stabil.

Office 2016 lässt sich mit dem Cloud-Dienst von Microsoft verbinden. Das ist ganz nett, aber die wollen ja immer noch keine Version für Linux bauen und eine Schnittstelle für LibreOffice oder OpenOffice ist auch nicht vorhanden.

Also müssen Linux- und wahrscheinlich Mac- und Android- (bzw. alle Nicht-Windows-User) ins Gras beißen. Selbst wenn die Software gut wäre, Office 2016 only for Windows (Aber bitte nicht unter XP oder Vista versuchen :-D).

Office 365 vs OnlyOffice

Wie bereits angedeutet, hatte ich vorab ein paar Tests mit NextCloud und OnlyOffice durchgeführt:

https://www.onlyoffice.com/de/

Ich wusste also schon was auf mich zukommt.

Da Office 365 sehr teuer ist, während OnlyOffice es kostenlos anbietet und Sie die Datenhoheit behalten, erwarte ich von Microsoft ein wesentlich besseres Produkt.

Review

Nach den ersten geöffneten Dokument fiel mir bereits auf, dass es kein vollwertiges MS-Office 2016 ersetzt. OnlyOffice hat aber auch nicht so viele Features. Was es kann, kann es aber wirklich gut. Da sehe ich zumindest noch kein Problem.

Nach ein paar Spielereien kamen bereits die Probleme:

  1. Wenn mehrere Personen editieren, sehe ich nicht, wer gerade editiert, außer ich klicke auf eine komische Liste, die ich nicht in einer Seitenleiste behalten kann. OnlyOffice macht das besser: https://www.youtube.com/watch?v=2EVOVH5HnA4
  2. Keine Gleichungen in Word! Ernsthaft? Hier haben wir ein großes Feature was OnlyOffice kann und bei Word 365 komplett fehlt. Ich hatte eigentlich gedacht, dass der LaTex-Syntax-Diebstahl auf Office 2010 zurückgehend, in Office 365 einsetzbar ist. OnlyOffice macht es leider auch nicht so gut, aber zumindest existiert das Feature und man kann damit arbeiten. Das ist ein sehr großer Fail für ein Produkt, das so viel Geld kostet. Sucht man in der Hilfe von Word 365, wird darauf verwiesen Office 2016 einzusetzen, schade.
  3. Dateiformat: Immer wieder ein Thema, weil LibreOffice und OpenOffice ODT für Texte einsetzen. OnlyOffice nutzt Standardmäßig DOCX also den  Office Open XML (OOXML) von Microsoft, kann aber auch ODT einsetzen, was ich persönlich für die bessere Wahl halte. Mehr infos hier: https://ask.libreoffice.org/en/questions/91365/revisions/
  4. Nachdem sieben Leute am Dokument editierten, wollte man uns das tolle Feature „Versionsverwaltung“ zeigen. Als die Benutzer das Dokument im Browser geschlossen hatten (Voraussetzung für das Zurücksetzen), hatte das System immer noch ein bis zwei Leute registriert, die angeblich noch am Bearbeiten waren. Nach ein paar Minuten warten und zahlreichen Versuchen, gelang es unserem Administrator, die Benutzer zwangs- abzumelden, sofern man das so betrachten kann, denn sie hatten ja keine offene Sitzung mehr.

Das Problem, dass in Netzwerk-Freigaben Dokumente gesperrt werden, ist kein neues bei Windows. Zwar können mehrere Leute mit Office 365 ein Dokument bearbeiten, aber das Problem mit Blockieren hat sich bei Office 365 auf die Versionswiederherstellung verlagert.

Ich verstehe nicht, warum das so eine große technische Hürde darstellt. Wenn Microsoft doch flexibles Office Open XML (OOXML) einsetzt, sollte es doch kein Problem sein, Dateiunterschiede zu erkennen und durch ein Patch-Verfahren einzusetzen. Was Git seit 2007 und SVN schon viel länger kann, kriegen die mit Ihren Dokumenten nicht hin und blockieren lieber diese.

Mir reicht das mit Office 365! Ich bin ein Maschinenbau-Ingenieur. Wenn ich keine ordentlichen Formeln in Word einbauen kann, ist das nichts Wert.

Kleiner Tipp: Wer es mit ordentlichen Dokumenten ernst meint, sollte sich mal LaTex ansehen. Das Prinzip ist anders, die Lernkurve höher, aber mit bisschen Zeit investiert lohnt es sich definitiv. Für kleine Dokumente mag Word ganz okay, sein. Briefe auf zwei Seiten, das geht ganz gut. Größere Dokumente, lieber nicht. Dank Software wie TexStudio kommt man sehr schnell und gut an sein Ziel. Außerdem, gibt es keine versteckten Informationen in diesen Dateien, denn die Dateien sind textbasiert und lassen sich mit Tools wie Git oder SVN wunderbar kombinieren. Also keine Probleme mit Blockieren oder Versionsverwaltung hier…

Fazit

Ich hatte mit Office 365 ein großartiges Produkt erwartet und wurde von Microsoft mal wieder enttäuscht. Mein Eindruck ist, dass man für viel Geld weniger bekommt. Nur weil die meisten Menschen diese Formate einsetzen und alles unter MS Office nutzen, heißt das nicht, dass es gut ist. OnlyOffice bietet eine viel bessere Alternative an und zudem muss man nicht seine Daten in Obhut anderer geben.

Vergessen Sie nicht, das sind Ihre Daten!

Der einzige Arbeitnehmer mit Linux-Desktop

Letztens sah ich dieses Video, eine ARD-Reportage, schön gemacht:

http://www.ardmediathek.de/tv/Dokumentation-und-Reportage/Das-Microsoft-Dilemma/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822114&documentId=51465916

Ich finde es gut, dass dieses Problem mal wieder angesprochen wird. Wir müssen aber mal mehr dafür tun. Wir haben noch einen langen Weg vor uns.

Ich habe 2006 zu meinem Studium vorgenommen, alles mit Linux zu machen. Das lief wirklich super und bin froh, dass die Universitäten es mitgemacht haben. Denn auch dort ist das Microsoft-Monopol sehr stark verankert.

Heute geht es darum, wie ich erfolgreich und oftmals als Einziger in der Firma Desktop Linux einsetze … und es geht wunderbar!

Dazu möchte ich anmerken, dass ich ein paar mal den Job gewechselt habe, um mich weiterzuentwickeln. In meinen Bewerbungen habe ich es zwar nicht angemerkt, dass es Desktop Linux sein muss, aber in den Bewerbungsgesprächen habe ich es oft zu verstehen gegeben.

Diese Bewerbungsgespräche liefen dank solcher Einstellung sehr gut, denn die Personen der Personalabteilungen oder Chefs (ja nachdem wer Interview macht) sind doch neugierig und sehen einen Vorteil, wenn einer in der Firma sitzt, der dem Linux sehr nahe ist.

Meine Karriere als Arbeitnehmer fing an einer Universität an. Auch hier war ich der Einzige mit Linux. Das ist nicht an allen Lehrstühlen so, leider aber an den meisten.

Schnell durfte ich anderen Leuten mit Ihren Problemen helfen. Mit Desktop Linux habe ich Windows Dateisysteme gerettet, von Windows geschützte Passwörter Rechner geöffnet und vieles mehr.

Da ich in der IT tätig war, habe ich am Ende das Active-Directory des Windows Server 2003/2008 durch Samba 4 ersetzt. Alle Rechner liefen bei meinen Kollegen weiterhin unter Windows und einige bekamen von der Umstellung nicht einmal etwas mit. So lief die ganze Server-Struktur nur noch unter Linux und der Lehrstuhl konnte sich eine ordentliche Stange Geld jedes Jahr sparen.

Kollegen, die später dazu kamen, mich aber von früheren Ereignissen kannten, machten schnell mit meine Idee „Desktop Linux“ mit. Sie waren nicht so radikal wie ich, sondern nutzen noch eine Windows Instanz in einer virtuellen Maschine. Das war meistens deswegen, weil spezielle Software nur auf dieser Art laufen konnte.

Später wechselte ich in die Industrie und durfte auch wieder Desktop Linux einsetzen. Ich hatte zwei Vorgesetzte, die Apple nutzten, sonst war der Rest bei Windows 7 oder 10. Weil in dieser Firma mit Server Linux gearbeitet wurde, kam das gut an. Ich wunderte mich, warum diese Firma überhaupt Windows genutzt hat.

Wahrscheinlich war es wegen Office. Ich sehe das als keinen echten Grund und bleibe dabei, dass MS Office nicht mehr gebraucht wird. Das ist auch kein Standard, akzeptiert es nicht! Hier wird das genau erklärt:

https://brattahlid.wordpress.com/2012/05/08/is-docx-really-an-open-standard/

Leider findet es eine weite Verbreitung, aber Menschen, die über andere Formate meckern, kann man darauf hinweisen, dass docx, xlsx, pptx usw. keinen echten Standard darstellen. Ich finde sogar, dass ein in MS Office gespeichertes Dokument keinen so großen Archivierungswert hat. Solange kein echter Standard genutzt wird, ist die Nachhaltigkeit einfach nicht gegeben.

Es gibt da so ein paar Mail-Server-Programme aus der Linux Community (Postfix, Dovecot). Diese können problemlos mit Outlook, Thunderbird, welcher einem besser gefällt umgehen. Als  Groupware gibt z.B. SOGo:

https://sogo.nu/

Einmal ordentlich konfiguriert, kann man das auch mit Outlook, Thunderbird, usw. verbinden. Sogar mit seinem Smartphone oder Tablet ist diese Technologie einsetzbar. Endlich bekommen smarte Geräte mal einen vernünftigen produktiven Einsatz :-D. Hier wird der CalDav- bzw. CardDav-Standard eingesetzt. Also kein teurer und schlechter geschlossener Exchange-Server mit dem nur ein paar Sachen möglich sind und man jedes Jahr viel Geld an Lizenzen abdrücken muss. Das muss nicht sein. Wir brauchen Microsoft in Europa nicht. Wir können unsere Software für unsere eigenen Systeme schreiben. Und was noch besser ist, dadurch werden keine Daten an den Redmond-Riesen oder ähnliche Konzerne übertragen.

Nun bin ich in einer größeren Firma gelandet und ähnliches Spiel wieder. Einige wenige nutzen Mac, doch die meisten haben Windows als Hauptsystem. Man muss aber dazu sagen, dass einige Kollegen aus beruflichen Gründen zwischen vielen Betriebssysteme wechseln, also kein wirkliches Hauptsystem haben. Darunter ist natürlich auch Linux. Das finde ich sehr cool! Allerdings ist die IT mit Microsoft sehr infiziert und das ist schade. So ein bisschen widersprüchlich, aber manche Firmen wachsen eben unterschiedlich. Als Groupware läuft dort ein vollwertiger Exchange-Server. Er ist performant und lässt keine Wünsche offen. Allerdings habe ich keine große Chance CardDav oder CalDav ordentlich zu nutzen.

Microsoft: Wenn Exchange weder Carddav noch Caldav bieten kann, gehört Ihr auch nicht zum Standard. Was nicht offen standardisiert ist, sollte aberkannt werden.

Zum Glück gibt es noch den Davmail-Gateway:

http://davmail.sourceforge.net/

Mit diesem wird das Exchange Web Zeug (AWS) auf CardDav und CalDav Protokolle weitergeleitet, genauso wie Emails. Ich kann also doch Thunderbird unter Desktop Linux nutzen, obwohl ein Exchange Server in der Firma läuft. Es ist nur schade, dass es soweit kommen muss. Dennoch ist das besser als gar nichts.

Also, wer Desktop Linux zu hause nutzen will, ich kann es empfehlen. Ich vermisse gar nichts.

Wer mit der Leistung und Spionage von Microsoft unzufrieden ist, sollte auf jeden Fall mal Linux ausprobieren. Denkt aber stets, Linux ist nicht wie Windows; es ist anders. Im Umgang mit dem Rechner gibt es damit neues zu lernen. Ich versichere Euch aber, es lohnt sich sehr!

Wer Linux nutzt, sieht ein ganz neues IT-Universum und lernt dabei auch über den üblichen Windows-Nutzern zu stehen. Das betrifft übrigens auch eine breite Masse an Politikern, bei denen Nachholbedarf besteht.

Ihr wollt es bei der Arbeit einsetzen? Wenn es Euch zu-hause damit gefällt, dann fragt doch einfach mal den Vorgesetzten. Aus technischer Sicht geht es wirklich gut.